Das Internet-Portal für die Region
Täglich sensationelles Adventangebot
  Regionale Links
  Ort
  Geschäft
  Vereine
  Agenda
  Kinoprogramm
  Zum Linthgebiet


  Rubriken
  Links
  User Links
  Inserate
  Gästebuch
  Bildgalerien

  Zur Region
  Mundartwörter
  Brauchtum
  Geschichte
  Alpwirtschaften
  Badeplätze
  Wintersport

 


  Geschichte des Bezirkes Gaster
Wappen Weesen Wappen Benken Wappen Schänis Wappen Rieden Wappen Amden Wappen Kaltbrunn
Altertum

Das Gebiet des heutigen Bezirks Gaster war schon zur Bronze- und zur Hallstattzeit besiedelt, wie entsprechende Funde auf dem Benkner Büchel und im Gasterholz nahe legen. In späterer Zeit besiedelten die Kelten zusammen mit dem Schweizer Mittelland auch die Linthebene, die damals wohl noch grösstenteils vom Wasser des Zürichsees bedeckt war. Mit der römischen Eroberung Helvetiens und Rätiens 58 bzw. 15 vor Christi Geburt wurde das Gasterland teil der Provinz Raetia - die Grenze zur Provinz Germania Superior muss wohl irgendwo zwischen Uznach und dem Gasterholz verlaufen sein. Der Ausbau der Alpenpässe Splügen und Julier durch Römer bescherte dem Linthgebiet verkehrstechnische Bedeutung, da nun über Land und über See Güter, Soldaten und Reisende von den germanischen Provinzen nach dem Süden geführt werden konnten. Die Wachttürme auf der Strahlegg und dem Biberlichopf sind vermutlich Teil eines frühaugusteischen Sicherungssystems, das zum Schutze der wichtigen Verbindung angelegt worden ist.

Völkerwanderungszeit

Das Vordringen der Alemannen in die Schweiz im 6. und im 7. Jahrhundert verdrängte die romanisierte keltische Bevölkerung bis zum Gasterholz - dieser Engpass zwischen Kaltbrunn und Maseltrangen bildete die frühe rätoromanisch-alemannische Sprachgrenze (s. auch Mundart). Die südlichste alemannische Hofsiedlung blieb vorerst Babinchova (Benken). Zusammen mit den Römern verschwand auch das Christentum wieder aus der Gegend - wenn wohl auch nicht restlos. Die Herren über das Grenzland zwischen Rätien und dem Herzogtum Alemannien (später Herzogtum Schwaben) wechselten in der stürmischen Zeit ständig: Alemannen, Ostgoten und Franken stritten sich um das strategisch wichtige Gebiet. Wohl schon im Frühmittelalter verschiebt sich die romanisch-alemannische Sprachgrenze bis zum Walensee, dem Welschen See. Auf der einen Seite des Sees leben nun die alemannischen Leute von Weesen und auf der romanischen Seite, in Walenstadt, der welschen Stadt, die Leute von Riva.

Landesfahne GasterFrühmittelalter

Eine erste christliche Mission durch die Iren Columban und Gallus scheiterte im Jahre 610 - bald aber fand das Christentum wieder Tritt und 741 ist in Benken ein Kloster nachgewiesen. Hier befand sich das Machtzentrum der alemannischen Beata-Landolt-Sippe, die im Zuge der Auflösung des Herzogtums Alemannien durch die Franken (746) ihre Güter dem Kloster St. Gallen stiftet (744). Kirchenrechtlich gehört das Gasterland seit der Neuordnung der Bistümer durch den fränkischen König Dagobert I. 634 zum Bistum Chur - die Grenze zum Bistum Konstanz verläuft entlang der früheren römischen Provinzgrenzen. Der Hof Benken mit Gommiswald, Rieden und Maseltrangen kommt als Besitz des Klosters Schänis später zum Bistum Chur; nur Kaltbrunn gehört seit 940 zum Bistum Konstanz, da es durch eine Schenkung durch die schwäbische Herzogin Reginlinde an das Kloster Einsiedeln gefallen war. Im Jahr 815-43 stiftete der fränkische Graf Hunfried das Frauenstift Schänis, um seine Hausmacht im westlichsten Zipfel seines Gaues Rätien abzusichern - dieses Kloster bzw. seine Schirmherren prägten im wesentlichsten die spätere Entwicklung des Gasterlandes. Mit der Teilung des Frankenreiches in den Verträgen zu Verdun (843) und Mersen (870) kommt das Linthgebiet unter die Herrschaft Ludwig des Deutschen und somit zum späteren Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Mittelalter

Im Jahre 917 wird das Gasterland zusammen mit der Grafschaft Churrätien Teil des neugegründeten Herzogtums Schwaben innerhalb des Deutschen Reiches. Die Hoheit über Schänis hatten aber nicht mehr die Grafen Rätiens inne, sondern die Edlen von Schänis, dann 1018 die Grafen von Lenzburg. Nach deren Erlöschen 1172/73 wurde das Gebiet des Klosters, das die Höfe Benken, Maseltrangen, Rufi, Niederweesen (Stadt Weesen) und Oberweesen umfasste vorerst zwischen Kaiser Friedrich I. und den Grafen von Kyburg geteilt. Später kam der Teil des Kaisers an die Grafen von Rapperswil. Erst die Habsburger vereinten das Gebiet erneut, als sie die Kyburger 1264 und die Rapperswiler 1283 beerbten. Da Habsburg auch die Kastvogtei über das Kloster Säckingen innehatte, bildete sodann das Glarnerland und das Gaster zusammen eine Verwaltungseinheit, die in ein Oberamt Glarus und ein Unteramt Gaster unterteilt war. Somit bezeichnete der Begriff "Gaster", vom lateinischen Castrum (Burg), der erst seit Spätmittelalter nachgewiesen ist, erstmals Verwendung, um die Ebene der Linth zwischen Weesen und Uznach zu bezeichnen. Das habsburgische Gaster umfasste neben dem heutigen st. gallischen Bezirk auch die den untersten Teil des heutigen Kantons Glarus, Bilten, Nieder-, Oberurnen, Mollis, Filzbach und Mühlehorn sowie die st. gallischen Gemeinden Quarten und Walenstadt. Nach der Schlacht bei Näfels und der Zerstörung Weesens am 9. April 1388 verliert Habsburg den grössten Teil seiner Besitzungen in der Region. Die verbliebenen Gebiete bilden nun die Vogtei Windegg, nach der Burg Niederwindegg bei Schänis. 1406 verpfändete Habsburg die Vogtei an die Grafen von Toggenburg und nach deren Aussterben 1438 an Schwyz und Glarus, die fortan in einem Turnus von zwei Jahren den Vogt stellten.. Die Landvogtei Gaster oder Windegg umfasst nun sechs Tagwen (Gemeinden): Quarten (mit Murg und Quinten), Amden, Schänis, Rufi, Kaltbrunn und Benken. Weesen hat eine Sonderstellung inne, da es ein eigenes Gericht und einen Untervogt besitzt. Gommiswald, das urprünglich zu Benken gehört hat wird der Grafschaft Uznach angegliedert. Das Gasterland tritt 1529 zum reformierten Glauben über, wird aber nach dem Sieg der katholischen Orte bei Kappel 1531 zwangsweise wieder katholisch. Vorübergehend werden auch die Rechte der Landleute eingeschränkt. Das fürstliche Reichsstift Schänis besteht trotz aller politschen Wirren weiter und ist der grösste Grundherr in der Vogtei Gaster, bis es im Zuge der Mediation 1811 aufgehoben wird.

Helvetik und Mediation

Während der Helvetik (1798-1803) wird das Gasterland ein Teil des Kantons Linth mit der Hauptstadt Glarus. Dieser neue Kanton setzt sich zusammen aus den ehemaligen Untertanengebieten Höfe, March (ehemals zu Schwyz), Uznach, Gaster, Sargans, Gams (ehemalige gemeine Herrschaften), Obertoggenburg (ehemals zur Fürstabtei St. Gallen), Werdenberg (ehemals zu Glarus) und Sax (ehemals zu Zürich) sowie der Stadt Rapperswil und dem Kanton Glarus. Der Name "Linth" wird analog zu den französischen Departements gewählt, welche nach Bergen und Flüssen benannt worden sind. Nach der Auflösung des Kantons Linth im Zuge der Mediation kehren die Höfe und die March zum wiedererstandenen Kanton Schwyz zurück und Glarus wird ebenfalls wieder ein eigener Kanton. Die verbliebenen Landschaften werden Teil des neu gegründeten Kantons St. Gallen, obwohl die Kantone Zürich, Schwyz, Glarus und Graubünden mit der Einverleibung der einen oder der anderen Landschaft geliebäugelt hatten. Zuerst wird das ganze rechtsufrige Linthgebiet mit Rapperswil zum Bezirk Uznach zusammengefasst, 1831 aber in zwei Bezirke aufgeteilt, den Seebezirk und den Bezirk Gaster.

Weitere Informationen zum Gaster

Weiter: Home | Bezirk See | Grafschaft Uznach | Stadt Rapperswil | Bezirk Gaster | Linthkorrektion


Copyright 2003, created and designed by AWARDIC GmbH